Evangelikalismus und Fundamentalismus in den USA

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Herausgeber: Evangelisch-Soziale Parteigruppe © 1993-2004
Schlussredaktion: Rolf Strasser



Entsprechen die amerikanischen Evangelicals unseren Evangelikalen?

Es ist durchaus naheliegend, die amerikanischen Evangelicals mit unserem Begriff Evangelikale wiederzugeben. 1994 bezeichnen sich laut IDEA übrigens 36 Prozent der 252 Millionen US­Bürger als Evangelicals. Die Übersetzung des Wortes Evangelicals als Evangelikale ist rein sprachlich natürlich nicht korrekt, da auch die Bezeichnung Evangelische genau so zutreffend wäre. Die Wiedergabe mit Evangelikale kommt von daher, dass der Begriff Evangelicals in den USA als Synonym für theologisch konservative Protestanten gilt. Ein evangelikaler Autor in Amerika weist implizit darauf hin, dass der Begriff evangelical der Ausdruck für theologisch konservative Protestanten schlechthin sei. Die theologisch liberalen, modernistischen Christen bezeichnen sich in den USA meist als protestants.

Während die Unterscheidung zwischen Fundamentalismus und Evangelikalismus in den USA einigermassen vollzogen werden kann, wenngleich auch nur behelfsmässig, so ist dies im deutschen Sprachraum sicher schwieriger. Gemeinsam ist den beiden Bewegungen die in der Tendenz unkritische Haltung gegenüber ihrem eigenen Fundament, der Bibel, obwohl es unter ihnen nur ein Übereinstimmen in nur wenigen, dafür aber grundsätzlichen Punkten gibt. Jedenfalls haben diese Unterscheidungen in Ismen innerhalb der evangelisch­konservativen Bewegung die Funktion von Hilfsgrössen. Dies muss man sich bewusst sein, wenn man vom Pietismus, Evangelikalismus, Fundamentalismus, Charismatismus und auf landeskirchlicher Ebene vom Positivismus oder von der evangelischen Orthodoxie spricht.