Evangelische
Fernbibliothek
1996-2008

Einleitung
Im
Jahr 1095 rief Papst Urban II. auf dem Konzil von Clermont zum
Kreuzzug gegen den islamischen Orient auf. Damit gab er den
Startschuss für die verschiedenen Wellen der Eroberung von
Westen her, die zwei Jahrhunderte andauern sollten.
Jerusalem
selber wurde bereits nun vier Jahre nach dem Aufruf des Papstes
von den Kreuzfahrern erobert. Man schrieb das Jahr 1099. Um die
Frage zu klären, warum es überhaupt genug Menschen gab,
welche
sich für diesen Religionskrieg gewinnen liessen, ist es wichtig,
die damaligen Verhältnisse etwas näher zu beleuchten. Das
christliche Königreich Jerusalem bestand von 1099 bis 1291. Dazu
gehörte im wesentlichen das heutige Israel ohne Negev und das
heutige Süd-Libanon mit Beirut.
Das 11. Jahrhundert, an dessen Ende
Papst Urban zu den
Kreuzzügen aufrufen sollte, war für Westeuropa eine Zeit der
tiefen Umwälzung. Es gab neue Ackerbaumethoden mit mehr
Intensivkulturen, die Dreifelderwirtschaft breitete sich aus, die
Landwirtschaft vermochte so mehr Menschen zu ernähren. Dadurch
stiegen die Bevölkerungszahlen, neue Siedlungen entstanden,
Städte wurden grösser. Da den Bauern das Land meistens nicht
selber gehörte, stieg die Höhe und auch die Art der Abgaben.
Dadurch versuchte der Adel, mehr Einnahmen für sich zu
realisieren. Nun steht ja schon in der Bibel, wer zu viel Abgaben
erhebt, richtet das Land zugrunde. Und eben dies begann in
Westeuropa in jenem 11. Jahrhundert und setzte sich später fort.
Ein Auslöser für die
Kreuzzüge war die
Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem am 18. Oktober 1009 durch
den dortigen Herrscher Kalif al-Hakim. Juden und Christen wurden in
Jerusalem bedrängt und sie hatten keine Möglichkeiten
für einen gesellschaftlichen Aufstieg. Auch das Feiern von
christlichen und jüdischen Festen war verboten. Die Kirchen wurden
geplündert und zerstört bis 1018. Nach 1033 wurden unter
Kalif al-Zahir erneut Kirchen zerstört. Die Grabeskirche wurde
1038 wieder aufgebaut und unter Kalif al-Mustansir 1055 wieder
geplündert.
Die islamische Vorherrschaft geht auf
den Sieg über die
Römer (Ost-Rom) am 20. August 636 in der Schlacht bei Jarmuk
(heutiges Jordanien) zurück. Syrien und Palästina war bis
dahin christlich-römisch geprägt.
Mohammed selber führte Dutzende von Kriegs- und
Eroberungszügen durch.
Die Eigendynamik der
Verstädterung
Die Städte wurden vermehrt zu
Zentren für Handel und
Gewerbe
und erhielten dadurch wesentliche wirtschaftliche Macht. Für die
Handwerker waren die Produktionsmöglichkeiten in den Städten
oft weit besser als auf dem Fronhof. Durch das gestärkte
Selbstbewusstsein strebten viele Städte deshalb danach, sich
fortan selber zu verwalten und vom alten Stadtadel unabhängiger
zu sein. All diese Prozesse auf Stadt und Land schichteten die
Einkünfte und die Vermögen um. Es gab Gewinner und es gab vor
allem Verlierer. Zu den Verlierern gehörten nicht nur viele
Bauern, sondern auch Angehörige des niederen Adels. Diese
wuchsen zur breiten Schicht von Unzufriedenen heran. Der Ruf nach
Reformen wurde laut, nicht nur im weltlichen Bereich, sondern
auch in der Kirche. Da der weltliche Staatsapparat im Vergleich
zu heute nur schwach entwickelt war, hatte die kirchliche
Organisation einige gesellschaftliche Aufgaben zu erfüllen. Als
Territorialherren hatten die weltlichen und geistlichen Kräfte oft
Konflikte ausgetragen, nicht selten auch bewaffnet. Zur
kirchlichen Organisation gehörten unter anderem die Bistümer,
die Pfarreien und die Klöster. Mit der kirchlichen
Neuorientierung verbunden war auch ein stärkere Stellung des
Papstes. Dieser konnte es nun wagen, den Herrschaftsanspruch der
Kirche ganz offen zu äussern. Kam hinzu, Papst Urban II. war
offenbar nicht das, was man sich unter einem geistlich gesinnten Papst
vorstellt. Er war eine Marionette des französischen Königs.
Es war eine Zeit, wo Päpste und Bischöfe nach weltlichen
Machtkriterien ein- und abgesetzt wurden. Heute kann man sich das in
dieser Form kaum mehr vorstellen.
West- und Ostkirche
In jene Zeit, also dem 11.
Jahrhundert, dem Jahrhundert vor
Beginn der Kreuzzüge, fiel auch die endgültige Spaltung
zwischen der lateinischen West- und der griechischen Ostkirche.
Die Westkirche hatte ihren Sitz in Rom und die Ostkirche in
Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Dort war auch der Sitz des
byzantinischen Reiches, in dem die Ostkirche Staatsreligion war.
Westeuropa war zwar konfessionell eine Einheit, politisch gesehen
aber schon lange keine mehr. Die wichtigste Macht war damals das
römisch-deutsche Reich. Es umfasste ungefähr das Gebiet von
Deutschland, Österreich, der Schweiz, Burgund und den oberen
Teil Italiens einschliesslich Roms.
Die Seldschuken kommen
Der Aufruf zu den Kreuzzügen nun
hatte im Konkreten
verschiedene Ursachen. Jerusalem und Syrien wurden von einer
türkischen Herrscher-Dynastie, den Seldschuken, übernommen.
Bisher gehörte das Gebiet den Kalifen von Ägypten. Die
Seldschuken herrschten von der heutigen Türkei bis über
Afghanistan hinaus. Die Gross-Seldschuken besiegten 1071 die
christlichen Byzantiner in der Schlacht von Manzikert. In Anatolien
übernahmen die Osmanen zu Beginn des 14. Jahrhunderts die
Vorherrschaft der Seldschuken.
Ende des 11. und zu Beginn des 12.
Jahrhunderts war es Ziel des
Westens, den orientalischen Christen zu
Hilfe zu kommen und bei dieser Gelegenheit die griechischen (Byzanz)
mit
der römischen Kirche wieder zu vereinen (sie spaltete sich 1054).
In dieser Zeit wurde
der als heilig betrachtete Krieg gegen die Heiden und im
besonderen gegen den Islam deutlich. Viele in Westeuropa
verarmten Menschen hofften, im Osten auch zu neuen
Reichtümern zu gelangen. Mitverursachend war aber auch eine
vertieftere Frömmigkeit, weil der gesellschaftliche Wandel und
die Reformen in der Kirche zur Suche nach dem Grundsätzlichen
führte. Eine Ursache war auch, dass friedliche christliche Pilger
von islamischen Räubern überfallen wurden.
Spitäler
und Hotel wieder
sicher
Das christliche Spital- und
Hospiz-Personal im Orient muss froh
gewesen sein, als die europäischen Ritter eintrafen. Endlich
hatten sie Sicherheit vor den Überfällen und es muss ihnen
wie eine Gebetserhöhung vorgekommen sein. Doch sie sahen auch
bald, dass viele die kamen, Abenteurer waren auf der Suche nach
Glück und orientalischen Genüssen. Und obwohl die Disziplin
nach aussen meistens vorhanden war, so gab es auch die
säbelschwingenden Säufer auf den Rossen, die nicht christlich
motiviert waren. Und die friedliebenden Christen haben wohl
geahnt, was alles auf sie zukommen würde. In der ganzen
Kreuzzugs-Zeit gab es Moslems, Christen und Juden, die friedlich
miteinander lebten, Handel trieben, sich am Dasein unter Gottes Sonne
freuten und teilweise sogar militärisch gegen gemeinsame Feinde
zogen. Sie wurden von den Ereignissen überrollt und hoffnungslos
enttäuscht. Je nach Zählung unter den Historikern gab es
sieben Haupt-Kreuzzüge und verschiedene Neben-Kreuzzüge.
Die
Ritter kommen
Tausende von Menschen aus
verschiedenen westeuropäischen
Ländern folgten nun dem Ruf Papst Urban des II. und zogen auf
verschiedenen Routen nach Konstantinopel. Dort suchten sie bei
der Ostkirche um Unterstützung nach. Byzanz sorgte dafür,
dass
die grosse Zahl der Gäste raschmöglichst weiterzog, waren sie
doch für ihr eigenes Reich eine Bedrohung. Von dort ging es
weiter durch das Gebiet der heutigen Türkei, über Antiochia
nach Jerusalem. Unterwegs gab es Gefechte mit den türkischen
Seldschuken. Diese unterlagen aber zahlenmässig und aufgrund der
schlechteren Ausrüstung, obwohl vereinzelt auch die Kreuzfahrer
besiegt wurden.
Im Jahr 1099 erstürmten die
Kreuzfahrer Jerusalem nach
fünf
Wochen Belagerung. Die militärisch gerüsteten Pilger
richteten
daraufhin ein furchtbares Blutbad an, in dem sie die ganze
muslimische Bevölkerung, einschliesslich der Frauen und Kinder,
Alten und Kranken, umbrachten. Die Juden in Palästina waren nach
der
Vertreibung durch die Römer 70 n. Chr.
bis
ins 20. Jahrhundert immer eine Minderheit.
Die Häuser und Moscheen wurden
geplündert. In
einer
älteren historischen Quelle ist davon die Rede, dass es bis zu
jenem Zeitpunkt im Jahr 1099 kein grösseres Blutbad gegeben
hatte.
Ein "christliches" Königreich
In Jerusalem wurde durch die
christlichen Kreuzfahrer ein
Königreich errichtet. Durch die politisch instabile Lage gab es
immer wieder neue Kreuzzüge von Westen her, um dem christlich
regierten Jerusalem zu Hilfe zu kommen. Vor allem blieb die
geplante Wiedervereinigung zwischen der West- und der Ostkirche
aus, sodass die byzantinischen Christen sich mit den
westeuropäischen Kreuzfahrern immer wieder Gefechte lieferten.
In der folgenden Zeit eroberten die Kreuzfahrer weitere Städte
und Gebiete, so auch Beirut und Sidon und Akaba am Roten Meer.
Etwas mehr als hundert Jahre nach der Übernahme Jerusalems durch
die Westeuropäer, wurde dann sogar das nominell christliche, in
Wirklichkeit ebenso machtlüsterne Konstantinopel erobert und
geplündert. Im Norden Jerusalems gab es weitere, von den
Kreuzfahrern gegründete Staaten, so zum Beispiel das
Fürstentum
Antiochia und das Königreich Zypern.
Hin und Her um Jerusalem
An innerer Ohnmacht und den
Thronwirren ging das christliche
Königreich Jerusalem 1187 dann aber unter und wurde durch Sultan
Saladin eingenommen. Dies löst den dritten Kreuzzug aus. Dabei
wurde die Stadt Akkon von den Königen von England und Frankreich
zusammen eingenommen. Durch einen Friedensvertrag mit dem Sultan
erhielten die Christen die Erlaubnis, Jerusalem als friedliche
Pilger wieder zu besuchen. Durch einen späteren Friedensvertrag
mit dem Sultan von Ägypten erhielten die Christen Jerusalem
sogar wieder ganz zurück. Doch nur wenige Jahrzehnte später,
1244, wurde Jerusalem von den Moslems, diesmal definitiv,
zurückerobert. Weitere Kreuzzüge versuchten zwar, die
Eroberer
zurückzudrängen. Sie wurden von den Ägyptern aber daran
gehindert. Im Jahr 1303, also etwas mehr als 200 Jahre nach der
Übernahme Jerusalems durch die Christen, gaben dann die
Kreuzfahrer den letzten Stützpunkt im Orient wieder auf.
Brutale Seeschlachten
Die Stützpunkte, wo sich das
"christliche" Europa hin
zurückzog, war Malta und Rhodos. Die Kämpfe zwischen den
Kulturen um diese Inseln waren überaus heftig und brutal auf
beiden Seiten. Es geschahen unbeschreibliche Gräuel. Es gab
Christen, die als Sklaven auf islamischen Kampfschiffen dienten und
Moslems, die auf christlichen Kampfschiffen Dienst tun mussten. Rhodos
konnte erst 1523 von den Moslem eingenommen werden. 1912 entrissen die
Italiener den Türken Rhodos wieder für das christliche
Abendland. Rhodos kam 1948 zu Griechenland.
Das "christliche" Europa ist uneins
Die Gründe für das
schlussendliche Scheitern der
Kreuzzüge
liegt in der politischen Vielfalt Westeuropas. Die verschiedenen
Nationen hatten zu viele und zu unterschiedliche Interessen.
Einige westeuropäischen Länder standen vor allem aus
wirtschaftlichen Gründen immer in schroffem Gegensatz zu Byzanz.
Ohne Hilfe des byzantinischen Reiches und in der gegenseitigen
Bekriegung schwächten sich die christlichen Nationen
untereinander so massiv, dass die gemeinsamen Unternehmen nicht
gelingen konnten. Die Kreuzfahrerstaaten gingen aufgrund innerer
Schwäche und des grossen islamischen Druckes von der Umgebung
wieder unter.
Die Kirche als Marionette der Politik
Die Kreuzzüge waren
Expansations-Unternehmen der
westeuropäischen Feudalherren, welche durch die römische
Kirche
gesteuert wurden. Die Kreuzzüge entwickelten eine werbewirksame
Kampfesideologie und konnten so viele Anhänger gewinnen, nicht
nur aus der Oberschicht. Der schlussendliche Misserfolg der
militärischen Pilgerfahrten verringerte die politische Bedeutung
des Papsttums zu Ende des 13. Jahrhunderts. Das folgenschwerste
Ereignis der Kreuzzüge war aber die Schwächung des
byzantinischen Reiches. 1453 wurde Konstantinopel von den Osmanen
überrannt und ist seither islamisch dominiert. Erst in
jüngerer
Zeit gelang es westlich vom Bosporus im Einflussgebiet des
früheren Osmanenreiches, dass eine sich als christlich
verstehende Nation wieder entstehen konnte: Griechenland.
Die
modernen Griechen haben daher eine positive Beziehung zur
orthodoxen Kirche, weil sie das griechische Bewusstsein über
lange Zeit der Fremdherrschaft überlieferte. Die Toleranz
gegenüber anderen christlichen Konfessionen ist daher nicht so
gross, weil man diese als ungriechisch empfindet - aber das ist
eine andere Geschichte. Jedenfalls: Die lange Besetzung durch
eine moslemische Macht in Südosteuropa kann man als eine Art
Strafe gegen die "christliche" Arroganz früherer
Zeiten betrachtet werden. Natürlich war die moslemische
Fremdherrschaft nicht nur negativ, das wäre eine zu einseitige
Betrachtung.
Einen Sieg gab es eigentlich nie
Die Kreuzzüge und die dadurch
entstehenden
Staatsgebilde konnten sich den eigentlichen Machtzentren des
Islams niemals bemächtigen, der Sieg wahr daher strategisch nie
vollständig. Die zwischendurch eroberten Gebiete der
Kreuzfahrerstaaten waren für die islamischen Mächte eher
nebensächlich, wenngleich für sie dennoch schmerzhaft. Eine
Folge war aber, dass das einst blühende
syrisch-palästinensische Gebiet durch 200 Jahre Krieg
vollständig ruiniert wurde.
Die ungeheuren Mittel, welche die
Kreuzzüge verbrauchten,
wurden aus den westeuropäischen Bauern durch überrissene
Abgaben herausgepresst. Auch die lokalen Märkte wurden
angehalten, freiwillig zur Versorgung etwas beizutragen oder sie
wurden dazu gezwungen, nachdem man die Städte vor Ort erobert
hatte.
Einen geistlichen Kampf mit weltlichen
Waffen ausfechten?
Zeitgenössische Kritik gegen die
Kreuzzüge gab es in
Westeuropa offenbar praktisch nicht oder man hatte Angst, sie
derart offen zu äussern, dass es für uns heute im Jahr 2000
nicht mehr nachvollziehbar wäre, oder die Belege hierfür hat
man verschwinden lassen, das kann auch sein. Historiker und
Enzyklopädisten
meinen, die Expeditionen nach Syrien seien als eigentlichen
Rückfall ins Heidentum zu werten, wurden doch hier geistliche
Ziele fälschlicherweise mit weltlichen Mitteln durchgesetzt.
Für die Aufklärer waren die Kreuzzüge nichts weiter als
eine
Tat des Wahnsinns. Dieses Geschichtsbild ist in Westeuropa bis
heute dominierend geblieben.
Aus biblischer Sicht muss hier
angefügt werden, dass die Bekehrung von Nichtchristen zu
Christus ja eigentlich vor allem eine geistige und geistliche
Sache ist, eine Sache von Frieden, Freundschaft und Überzeugung
als der alleinig richtigen Methode der Ausbreitung des
Evangeliums. Und wenn auch die Bibel einen Krieg, dort wo er
unmittelbar der absoluten Notwehr dient, nicht a priori verbietet, so
ist doch zu sagen: "Liebe eure Feinde, segnet sie!" Das ist
christlich. Die Kreuzzüge waren aber nicht Abwehr-, sondern
Offensiv-Kriege. Zudem sagt Jesus: "Mein Reich ist nicht von dieser
Welt." Das heisst, die Christen können die Schwerter zu
Pflugscharen machen. Es ist Jesus Christus selber, der Israel einst
befreien wird und die Juden von ihrer Verblendung gegen den Messias
heilen wird. Es gibt keinen christlichen Weg, mit militärischen
Mitteln nachzuhelfen oder das Ganze vorzubereiten. Die beste
Vorbereitung ist das Gebet für Israel.
Das wahre Kriegsgebiet ist geistig
Die Christen sind nicht gezwungen, um
bestimmte Territorien zu
kämpfen. Sie können durch den Heiligen Geist überall mit
Gott sprechen und sich von Ihm durch die Bibel inspirieren lassen. Ein
"christliches" Gebiet kann mal an andere verloren gehen. Kathedralen
können mal verwüstet werden. Christliche Wallfahrts-Orte
können von anderen besetzt werden. Das rechtfertigt nicht
Krieg und Genozid. Die Moslems sind von ihrer Religion gezwungen, um
Territorien zu kämpfen. Überall wo es mal eine Moschee
gegeben hat, dürfen sie als Gotteskrieger (Dschihadisten) darum
kämpfen. Wobei auch zu sagen ist, dass diese Überzeugung
nicht von allen Moslems geteilt wird.
Jedenfalls, der Islam ist im
tiefsten Innersten eine heidnische, von Menschen gemachte Religion. So
etwas wie Gnade gibt es im Islam nicht, das macht die Menschen so
zornig und unzufrieden, nebst der Armut, die vor allem eine Folge der
Stammes-Klüngelei und des Clan-Filzes ist, aber auch der
Traditionen, die mit dem Islam direkt nichts zu tun haben, aber von
diesem auch nicht wirksam genug kritisiert werden. Der Islam, der einst
als Reformbewegung zu Judentum und Christentum dienen sollte, ist
selber zur Religion geworden.
Die Moslem stammen von Ismael ab und
sind die wie die Juden Kinder
Abrahams. Und Gott hat Abraham versprochen, seine Nachkommen
würden überaus zahlreich sein (siehe 1.
Mose 16 ff.). Das gilt darum auch für die Moslems.
Christlich oder konservativ?
Die Ansicht, Christentum müsse
in erster Linie politisch oder
gar militärisch durchgesetzt werden, kann nur als böswillige
Verdrehung biblischer Grundlagen angesehen werden. Der Genozid an
Moslems und Juden war ein Verbrechen sondergleichen, umso
schlimmer, dass es auch noch im Namen Christi verübt wurde. Das
moderne Denken hat darum den Anspruch, die Macht des Christentums zu
beschränken. Umgekehrt gibt es im heutigen Denken die Tendenz, das
Christentum nur unter der Optik von Hexenwahn, Kreuzzug, Inquisition
und dergleichen zu sehen und die zu kritisierenden Punkte verwendet,
keinen Gedanken an Jesus Christus selber investieren zu müssen.
Befiehlt Gott Massaker?
Die Kreuzritter haben oft
argumentiert, dass die Juden einst auch
die ungläubigen Völker vertrieben hätten, die Christen
dürften es folgedessen ebenso tun. Diese Meinung ist biblisch
betrachtet hundertprozentig unhaltbar. Natürlich, es gab
Situationen im frühen Judentum, wo Gott heidnische Stämme den
Juden in die Hände gegeben hatte. Wir wissen um die genauen
Umstände meist zu wenig. Es waren Stämme, die schlimme Dinge
taten. Sie grillierten ihre eigenen Kinder, um sie ihren selbst
erfundenen Götzen zu opfern. Sie kochten junge Ziegenböcklein
bei lebendigem Leib in der Milch der eigenen Mutter usw. Gott selber
ihnen ein Ende, damit
sie nicht alles
zerstören konnten, was gut ist. Es bestand keine Möglichkeit
mehr, sie zur Zivilisations-Entwicklung zu gewinnen. Desgleichen setzte
Gott durch die Sintflut den
frühen Menschen ein Ende, bevor sie die Zivilisation
schon im Frühstadium zerstörten. So gesehen sind wir die
Zivilisation nach dem Weltuntergang.
Religion und Staat ist nicht dasselbe
Die wichtigste Lehre ist:
Religion und Staat sind zwei Bereiche, die man möglichst separiert
hält, auch wenn das nicht auf eine schroffe Art sein muss wie z.
B. in Frankreich. Aus staatlicher Sicht ist durchaus ein starkes
Christentum wünschenswert. Wenn das Christentum aber nur noch aus
nur-getauften Namens-Christen besteht, welche die Gleichgültigkeit
gegenüber der christlichen Sache zelebrieren und statt die Not der
Armen die Armen selber verachten - die im eigenen Land und die fremden
- und sich zu stark der Prasserei hingeben, dann kann es dazu
führen, dass
das Christentum aufgrund der inneren Schwachheit und Zerfallenheit vor
dem Heidentum eines Tages in die Knie geht. Es beginnt schon dort, wo
Arme aus der Kirche austreten, weil sie die Kirchensteuer nicht mehr
bezahlen und können und die Wortverkünder zu üppig
leben, obwohl man in ihren Predigten das Evangelium auch mit der
Lupe oft kaum mehr finden kann (ausser man blättert während
des Gottesdienstes das Kirchengesangsbuch durch). Wir haben in
Deutschland in den 1930er und 1940er Jahren genau gesehen, was ein
Kniefall des Pseudo-Christentums vor dem atheistischen
Gross-Sektierertum
so alles anrichten kann.
Das himmlische Jerusalem ist das wahre
Ziel
Man kann es drehen und wenden, wie
man will: Die
jüdisch-christlich-humanistische Gesellschaft hat die Zivilisation
empor gebracht. Das kann man trotz aller Fehler sagen. Und man muss
diese Werte verteidigen. Selbstkritik ist die Schlüssel-Disziplin.
Zu Kreuzzügen rufen nur die auf, die von christlichen Werten gar
nichts verstanden haben. Jeder muss selber entdecken, dass Jesus
Christus der Herr aller Menschen ist. Aber das können sie nur in
Freiheit tun. Und wer es nicht tut: es ist zu respektieren. Das
ist der Preis der Freiheit.
Und wenn Jesus wiederkommt, und alle
ihn sehen werden, die an ihn geglaubt haben und alle anderen, wird
Friede sein. Darauf freuen wir Christen uns. Dies geschieht wirklich.
Jesus war tot und stand wieder auf. Damit ist bewiesen, dass er von
Gott kam und ein Teil von Gott ist. Und wenn jemand im Herzen glaubt,
dass Jesus der Gesalbte Gottes ist, dann ist er Christ und ewig
gerettet. Und alle Gläubigen werden in unbeschreiblicher Freude
einst mit Gott vereinigt sein im himmlischen Jerusalem, ohne Ende und
für immer. Der Tod, das Leiden, der Streit ist für immer
abgeschafft. Danke Gott, danke.